Heilpraktiker Businessplan

Der Heilpraktikerbusinessplan: Tipps und Ratschläge

Sie haben die amtsärztliche Heilpraktikerprüfung bestanden und halten nach Jahren der intensiven Ausbildung Ihr Zertifikat glücklich und zufrieden in der Hand. Jetzt geht es an die Umsetzung Ihrer Idee, sich als Heilpraktiker mit einer eigenen Praxis selbstständig zu machen.

Dafür ist die bestandene Prüfung der erste Meilenstein. Es folgt als Nächstes die Erstellung Ihres Businessplans. Dafür geben wir Ihnen folgend einige wertvolle Tipps mit auf den Weg. Diese sollen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die persönliche Beratung durch einen Steuer- und Unternehmensberater mit Kenntnissen Ihrer Branche erübrigt (Tipp: Lesen Sie auch unsere Hinweise zu möglichen Gründungsförderungen für Sie sowie unseren Artikel über Gründerdarlehen).

 

Im nachfolgenden Interview: Charakteristiken des Businessplans für einen Heilpraktiker.

 

Denken Sie bei der Erstellung immer daran, dass von der Qualität des Heilpraktiker-Businessplans die Umsetzung Ihrer Existenzgründung abhängt. Der Businessplan ist ein unverzichtbares Instrument für jedes Gespräch mit der Bank, über die Sie Ihre Finanzierung abwickeln möchten. Deshalb ist auch das therapeutische Leistungsangebot in vollem Umfang zu erwähnen.

 

Businessplan-Heilpraktiker Tipp 1: Ihr Zertifikat und Ihre Zusatzqualifikationen

Es erübrigt sich wohl zu sagen, dass ein erstklassiges Zertifikat mehr Eindruck macht als eines, dass gerade mal so erreicht werden konnte. Eine positive Bewertung erhalten Zusatzqualifikationen, die es Ihnen ermöglichen, sich von Ihren Kollegen /-innen abzuheben. Ihre Positionierung als Experte / Expertin.

 

Businessplan Heilpraktiker-Businessplan Beratung-2Businessplan-Heilpraktiker Tipp 2: Ihre Patientenklientel

In Ihrer Praxis werden Sie es hauptsächlich mit Privatpatienten, Patienten, die beihilfeberechtigt sind und weniger mit Kassenpatienten zu tun haben. Wenn überhaupt, sind Ihre Heilpraktikerleistungen nur begrenzt mit den GKVs abzurechnen. Die Alternative ist die Eröffnung einer reinen Privatpraxis.

 

Businessplan-Heilpraktiker Tipp 3: Die Abrechnung

Die GebüH ist für Sie ein Richtwert bei der Abrechnung mit den Patienten, an dem Sie sich wie viele Kollegen und Kolleginnen orientieren können. Gebunden sind Sie dadurch aber nicht in der Kalkulation Ihrer therapeutischen Anwendungen. Allerdings orientieren sich die privaten Versicherer genauso wie die Krankenversicherer und Behörden für die Erbringung von Beihilfeleistungen an die GebüH.

Wie Sie sich entscheiden, ist ein wichtiger Aspekt, der in Ihren Heilpraktiker-Businessplan gehört. Letztlich hat Ihre Entscheidung großen Einfluss auf die zukünftige Einkommenssituation.

 

Heilpraktiker-Businessplan Tipp 4: Die richtige Standortwahl

– Gibt es einen Mangel an lokalen Heilpraktikern mit Ihrem Therapieangebot?
– Handelt es sich um eine gemischte Bewohnerschaft, die alternativen Heilmethoden gegenüber aufgeschlossen ist? (Evtl. Marktanalyse in Auftrag geben)
– Verfügen diese Bewohner auch über ein erhöhtes Einkommen? (Analyse erstellen lassen)
– Besteht die Möglichkeit sich trotz erhöhter Wettbewerbssituation mit einem „Nischenangebot“ zu spezialisieren? (Beispielsweise Kranio- oder Iliosakral-Therapie)
– Besteht eine gute Erreichbarkeit und stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung?
– Ist die Praxis auch mit dem ÖPNV zu erreichen?

Beantworten Sie diese Fragen mehrheitlich mit „Nein“, sollten Sie den Standort überdenken.

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Heilpraktiker Businessplan Tipp 5: Ihre Praxisräume

Die Praxis muss den gesetzlichen Vorgaben in puncto:
– Deckenhöhe entsprechend den gewerblichen Bestimmungen
– sanitäre Einrichtungen (2 Toiletten mit Handwaschbecken)
– Rutschfeste Böden, die leicht zu wischen sind
– Abfallsystem für gesetzeskonforme Trennung lt. LAGA
– Aufenthaltsraum (wenn Personal geplant ist)
– separater Eingang
– Von Vorteil ist eine möglichst hohe Barrierefreiheit

Ferner muss die gewerbliche Nutzung zugelassen sein. Manchmal, meist in reinen Wohngebieten, ist eine Umwidmung erforderlich.

Die Praxisbegehung nach § 36.2 IfSG durch das für Sie zuständige Gesundheitsamt ist gebührenpflichtig. Im Mittelpunkt steht die Einhaltung der Hygienevorschriften. Diese sollten Ihnen in vollem Umfang bekannt sein. Der Nachweis über einen Kurs in diesem Bereich macht in positiven Eindruck bei der Beantragung einer Fremdfinanzierung mit oder ohne Eigenkapital.

 

Businessplan-Heilpraktiker Tipp 6: Die Einrichtung

Der medizinische Bereich wird als Kostenfaktor sehr prägnant in Ihrem Heilpraktiker-Businessplan aufgeführt werden. Je nach Therapieschwerpunkten sind unterschiedliche Instrumente und Geräte (Bereich Behandlung und Diagnostik) anzuschaffen. Gleichfalls gehören Behandlungsliegen, Vitalisatoren, Lebenswecker aber auch anatomische Modelle und Lehrtafeln zum medizinischen Inventar.

Der Wohlfühlfaktor einer Heilpraktikerpraxis ist Standard und ist der zweitgrößte Kostenfaktor in puncto Einrichtung. Das gilt für die Anmeldung, den Wartebereich und den Bereich für das persönliche Gespräch. Denn bedenken Sie: Patienten assoziieren ein gleichermaßen modernes wie professionelles Ambiente mit Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz.

Nutzen Sie diese Denkweise für sich und Ihre Zukunft. Gleichzeitig können Sie die veranschlagten Kosten damit sehr gut im Heilpraktiker Businessplan und im Bankgespräch rechtfertigen.

 

Businessplan-Heilpraktiker Tipp 8: Notwendige Versicherungen

Die Berufshaftpflichtversicherung ist gesetzlich verpflichtend und die Praxisversicherung ein unabdingbaren Muss.

 

Businessplan-Heilpraktiker Tipp 9: Ihr Marketing

„Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorherzusagen, sondern auf die Zukunft vorbereitet zu sein.“ (Perikles)

Das liberalisierte Werberecht erlaubt Ihnen Ihre Heilpraktikertätigkeit zu publizieren und potenzielle Patienten direkt anzusprechen. Zudem sollten Sie für eine Corporate Identity (CI) sorgen, um Ihren Wiedererkennungswert zu steigern. Marketingberater stehen Ihnen gerne zur Seite. Deren Honorar ist im Finanzplan Ihres Heilpraktiker-Businessplans einzukalkulieren.

Da ca. 60% das Internet nutzen, um Arzt oder Therapeuten zu finden, legen Sie gesteigerten Wert auf Ihren Auftritt. Überzeugen Sie bereits im Netz, damit die Menschen sich bereits zu Hause für Sie entscheiden. Die Kosten sind selbstverständlich Teil Ihres Businessplans.

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Businessplan-Heilpraktiker Tipp 10: Ihr kaufmännisches Know how

Als Heilpraktiker /-in gehören sie lt. Einkommenssteuergesetz § 18, Absatz 1, Satz 1 zu den „Katalogberufen“. Geben Sie im Businessplan zu erkennen, dass Ihnen die Inhalte bekannt sind und von Ihnen umgesetzt werden können.

Bezüglich Ihrer steuerlichen Verpflichtungen sollten Sie alles, was Ihr Steuerberater in Ihrem Auftrag ausführt, zumindest vom Ansatz her kontrollieren können. Beweisen Sie im Finanzierungsgespräch, dass Sie sich auch hier auskennen.

 

Businessplan-Heilpraktiker Tipp 11: Das Finanzierungsgespräch

Stellen Sie für sich selber sicher, dass Sie die Tipps 1-10 erfüllen, im Businessplan verankert haben und im persönlichen Gespräch dazu fachkundig Stellung nehmen können.

Auch Fragen zu:
– Ihrer speziellen Rechtslage als Heilpraktiker /-in
– zu Megatrends (was wird besonders nachgefragt, wo geht die Entwicklung hin)
– eventuell bereits vorliegenden Patenten und Zertifizierungen
– Ihren administrativen Kosten
– Ihren Personal- und Versicherungskosten
– Ihrem eigenen Gehalt
– Ihrem Kapitalbedarf
– Ihrem Eigenkapital
– Ihren Kapitalerwartungen
– Ihrer zu erwartenden Einkommenssituation
müssen von Ihnen fundiert und nachvollziehbar beantwortet und faktisch belegt werden können.

Für die Erstellung eines Heilpraktiker Businessplanes sollten Ihnen jetzt die wichtigsten Punkte bekannt sein. Falls Sie eine weitergehende Businessplan-Beratung wünschen oder Ihren Businessplan von uns erstellt haben möchten, kommen Sie gern auf uns zu.